Hundeschulen im Lockdown:

 

Die Ausgangssituation sieht so aus, dass wir Hundetrainer bzw. Hundeschulen in Niedersachsen im Rahmen der Corona-Verordnung als Freizeiteinrichtung oder außerschulische Bildungseinrichtung ausgelegt werden. Daher gilt für uns inzwischen (nur noch) ein eingeschränktes Berufsverbot gemäß der Fassung vom 08.03.2021. Ausgenommen von diesem Verbot ist die Durchführung Einzelstunden sowie von Prüfungen wie z. B. dem Sachkundenachweis für Hundehalter gem. NHundG.

Wir Hundetrainer wehren uns ausdrücklich gegen diese Einstufung. Wir sind Dienstleister! Ganz genau heißt es: „Erbringung von sonstigen persönlichen Dienstleistungen“. Dies geht zum einen aus der europäischen Klassifikation der Wirtschaftszweige hervor und selbst mein hiesiges Finanzamt stuft dies so ein. Wären wir wirklich eine außerschulische Bildungseinrichtung, dann würden wir weder Umsatzsteuer noch Gewerbesteuer zahlen. Dies tun wir aber!

Das Problem ist, dass die Behörden überhaupt nicht wissen, was wir eigentlich tun. In deren Augen sind wir eine eher unbedeutende Interessengemeinschaft oder Randgruppe. Das unser Tun weit über die Bespaßung von Mensch und Hund hinweg geht, ist ihnen nicht klar und wird vielerorts auch bagatellisiert.

Wir sind vielleicht nicht primär systemrelevant, aber wir leisten einen wichtigen Teil zur Gewährleistung von öffentlicher Sicherheit bei. Durch unsere Arbeit tragen wir zur Vermeidung von Beißvorfällen bei – ganz besonders wenn Kinder ins Spiel kommen. Wegen uns, kann der Postbote seinen Job machen ohne von Hunden angefallen zu werden. Wir helfen mit, damit Jogger und Radfahrer nicht ins Beuteschema von Hunden fallen.

Aufgrund der Situation der letzten 12 Monate haben sich viele Menschen erstmals Hunde angeschafft. Sie handeln mit besten Wissen und Gewissen bei der Erziehung ihres Schützlinge und trotzdem verstoßen Sie unwissentlich gegen das Tierschutzgesetz indem sie ihren Hunden im Training mehr abverlangen als sie können oder setzen bei der Erziehung Hilfsmittel ein, die nicht erlaubt sind.

Somit sind die Hunde die wirklichen Opfer des Behördenwahnsinns. Sie werden als Welpe angeschafft und dürfen aufgrund des Lockdowns keine angemessene und von Hundetrainern angeleitete Sozialisation erfahren. Somit werden wir in naher Zukunft viele unverträgliche und schlecht sozialisierte Hunde haben, die – nachdem sie die Öffentlichkeit in vollem Maße belästigt, bedroht oder verletzt haben – über Kurz oder Lang in den Tierheimen landen, weil die Menschen mit ihnen überfordert sind und der Aufgabe „Hund“ nicht mehr gewachsen sind.

Unsere Hygiene-Konzepte liegen bereit. Wir können Abstand einhalten, wir können Körperkontakt vermeiden, wir können Masken tragen! Liebe Politiker, bitte lasst uns endlich unsere Dienstleistungen durchführen, damit wir in unseren Städten und Gemeinden dazu beitragen können, dass Hunde in der Öffentlichkeit angemessen mit uns leben können.

Das Ziel von fair dinkum ist, Menschen den richtigen Umgang mit ihrem Vierbeiner aufzuzeigen, die individuelle Mensch-Hund-Beziehung zu stärken und den Weg für ein harmonisches Zusammenleben zu ebnen.

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